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Mein erstes Schwangerschaftsdrittel



Unser großes Glück fing wieder mit einem positiven Schwangerschaftstest an. Ein Test der auf den ersten Blick negativ aussah. Wie ich das meine? Den ersten Test machte ich vor der Fälligkeit meiner Periode – was sich zeigte? Ein Strich und eine so hauchdünne zweite Linie, das sie nur für das Auge einer Mutter ersichtlich gewesen wäre. Ich sah sie. Zweifelte aber.

Diesen Test ließ ich auf sich beruhen und machte weiter wie bisher. Ich freute mich über das größte Geschenk, dass uns Gott bereits Geschenk hatte: meinen geliebten Samuel. Er macht mich so glücklich, dass ich kurze Zeit drauf meinen “negativen” Schwangerschaftstest vergessen hatte.

Irgenwann kam eine Zeit in der ich oft auf Toilette musste. Eine Zeit in der mir irgendein Gefühl sagte: “Alina hier stimmt was nicht.” Gemeinsam mit Samuel kaufte ich zwei neue Tests. Was heute negativ ist, ist vielleicht morgen positiv?

Zu Hause angekommen musste ich, wie zu erwarten direkt auf Toilette laufen. Gott sei Dank hatte ich schnell genug meinen gekauften Test zur Hand und hielt ihn voller Vorfreude in meine, aus mir heraus strömende, getrunkene Wassermenge, anschließend legte ich meinen Test beiseite. Drei Minuten konnten so verdammt lang werden. Auf einmal war das Ergebnis da. So zart, so unscheinbar – doch es änderte nichts an der Tatsache, dass dort zwei Linien auf dem Testfeld zu erkennen waren. Auf einmal veränderte sich aufs neue mein ganzes Leben. Ein so lang ersehnter Wunsch fing endlich an Früchte zu tragen. Patrick, dem ich es noch am selben Abend erzählte, kippte beinah vom Stuhl. Niemals hätte er erwartet, dass es so schnell gehen würde. Wir dachten beide, dass das zweite Kind, mit meiner Schilddrüse etwas auf sich warten lassen würde. Es kam anders. Leider wie so einiges.

Seit ich die beiden Streifen auf dem Schwangerschaftstest erblickten durfte, pochten zwei Herzen in mir. Ich wollte schwanger sein – so richtig schwanger und es mit jeder Pore meines Körpers genießen. Patrick war skeptisch. Er mahnte zu etwas mehr Ruhe. Ich sollte mir und meinem Körper Zeit lassen. Immerhin konnte es sein, dass diese Schwangerschaft anders verlaufen würde, als meine erste. Solche negativen Worte wollte ich nicht hören, sah ich mich doch schon mit einem alkoholfreien Coctail, elegantem Bauch und luftigem Kleid in einer Sonnenliege sitzen.

Schwangerschaft
Mein erstes Schwangerschaftsdrittel

Zwei Wochen später sah ich mich mit der bisher härtesten Aufgabe meines Lebens konfrontiert. Patrick hatte sich unerwarteterweise seinen Fuß gebrochen, durfte nicht mehr belasten und konnte nur noch auf seinen Unterarmgehstützen seinen Tag bestreiten. Pech für mich. Ich musste mich um alles kümmern: Haushalt, Sammy, Einkauf und mich. Inzwischen hatte sich bei mir eine unangenehme Übelkeit entwickelt.

Nicht so schlimm, das ich mich übergeben musste, es fühlte sich nur so an, als ob ich es jeden Moment tun könnte. Für mich ein unfassbar anstrengendes Gefühl. Ich fühlte mich müde, schlapp, launisch und zu allem Überfluss verlangte mir mein Beruf einiges ab. An manchen Tagen schien die Besetzung, wie weggepustet. Mit zweit Leuten rockten wir den Spätdienst und kümmerten uns insgesamt um 35 pflegeaufwendige Patienten, die alles konnten, aber nicht warten. Leider konnten sie auch kein Verständnis dafür entwickeln, dass ich ab und an sagen musste:.”Ich kann diese Aufgabe leider nicht übernehmen.” Die Reaktionen darauf waren durchweg negativ.

Die neue Situation war im ersten Moment alles andere, als einfach. Mit der Zeit pendelten wir uns ein. Der Einkauf wurde vom Lieferservice übernommen. Der Haushalt blieb eine Weile mit gutem Gewissen liegen. Der übrige Rest ließ sich mit Humor und unserer Familie ertragen. Das Gute? Jetzt kann es nur noch aufwärtsgehen und das mit Vollgas. Erinnert ihr euch noch an euer ersten Schwangerschaftsdrittel? War es ruhig oder doch eher, wie bei mir durchwachsen? Vielleicht liegt es auch nur an den ersten drei Monaten der Schwangerschaft. Sollen die anstrengendsten der Schwangerschaft sein.

Eure Alina!




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