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Mein Kind hört schlecht: Wie viel Taubheit ist normal?

Mein Kind hört so gut wie gar nichts und das nur, weil er einen Paukenerguss hat!

 

Wenn ich an das letzte Jahr zurückdenke, sehe ich immer wieder diese hysterische Mutter, die wild gestikulierend auf der Straße auf und abspringt, um Ihrem Sohn zu verdeutlichen, dass dies und jenes nicht geht. Nebenbei schreit diese Mutter wie eine wahnsinnig gewordene Furie auf ihr fast dreijähriges Kind ein mit den Worten: “Du hörst einfach nicht ?!!!” Passanten laufen kopfschüttelnd an ihr vorbei. Stets mit der berechtigten Frage im Hinterkopf: “Warum sollte ein so kleines Kind auch hören?” Dass dieser Satz so gemeint war, wie er gesagt wurde “Du hörst nicht” Im Sinne von nicht hören, wurde allen Beteiligten in all seiner schwere erst bewusst, als man das arme Kind anbrüllen musst, um sich zu verständigen.

Paukenerguss bei Kleinkindern

Mein Sohn las zu diesem Zeitpunkt jedoch schon perfekt von den Lippen ab. “Ein Glück, das sie das können. Ein Fluch für die Diagnostik von Ohrenerkrankungen, nicht wahr?” sagte der Ohrenarzt unseres Vertrauens als endlich die Diagnose – Paukenerguss fiel. Zwei dicke Ergüsse in beiden Ohren, ausgelöst durch dicke Polypen, die bereits bis in die Nase reichten. Ohne viele Überlegungen ließen wir den kleinen Mann gleich operieren. Das Fazit? Eine herbe Enttäuschung und?! Ein komplett anderes Kind!

Zwei Monate nach Paukenröhrchen

Zwei Monate ist die Operation heute her. Zeit in denen mein Sohn, die Welt – unsere Welt, als auch seine komplett Neu wahrnimmt. Er hält sich manchmal die Ohren zu. Wir mussten auch einmal aus einer Kneipe raus gehen, weil er die Lautstärke einfach nicht ertragen konnte. Unter Strich ist Folgendes passiert: er staunt wieder. Über Tone, leise Töne. Klänge. Das Rauschen. Er kann wieder schweigen. Mit sich selbst eine Zeit lang spielen. Samuel kann zuhören, während ich ihm eine Geschichte vorlese. Er bleibt sitzen, während wir erzählen, und ist im Straßenverkehr wieder aufmerksamer.

Er beginnt seine Sprache zu formen. Während vor zwei Monaten beinah überhaupt keine Sprachentwicklung da war. Beginnt er nun erste Sätze zu bilden. Er spricht mit mir. Während dieser Entwicklung hat er sich in kürzester Zeit von meinem kleinen Kleinkind zu einem richtigen Jungen heran entwickelt. Er drückt sich aus. Sagt, was er gerade braucht. Schimpft. Doch wisst ihr, was das Schönste ist? Er beginnt die Welt mit seinen Augen zu erklären. UND DAS ist herrlich komisch. Oh, was haben wir bereits gelacht, seit er mit dem Sprechen begonnen hat.

Mein Fazit, wenn das Kind schlecht hört?

Es war die richtige Entscheidung in diese Operation einzuwilligen. Davon bin ich nach dieser Entwicklung vollkommen überzeugt. Er ist nach wie vor ein starkes Kind. Jemand der seine Wünsche kennt. Das spürt man. Und irgendwie würde ich auch sagen, dass wir ihm diese Gabe in den ersten drei Jahren ein Stück weit anerzogen haben. Es ist unsere Erziehung ihm große Räume für sich zu geben. Ihm Aufmerksamkeit zu schenken, da wo er sie verlangt – nun ist er zu einem starken Kleinkind herangewachsen. Das ist gut so. Wir Eltern müssen nur irgendwie lernen auch für uns einen guten Weg zu finden. Das kostet Arbeit und Nerven, das ist wohl wahr. Ich denke, am Ende werden wir alle dafür belohnt werden. Jetzt, wo uns unser Sohn akustisch wieder hört, bin ich gespannt welche Richtung unser Leben einschlagen wird.

 

“Samuel machst du bitte das Fenster zu? Mir ist kalt”

“Mir aber nicht! Papa”

 

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