Nicht allein & Gut genug

mama bournout

Totale Verzweiflung. Dieses unfassbare Gefühl einfach nicht gut genug zu sein. Ich habe so oft verurteilt. Eltern die laut werden, Eltern die gemein werden. Eltern die so verzweifelt sind ihre Kinder einfach abzugeben oder zurückzulassen. Es ist viel so verdammt viel. Nun verstehe ich. Ich verstehe das jeder seine Last zu tragen hat und nicht jeder weiß wie er damit gut umgehen kann. Wir alle wollen das Beste für unsere Kinder und jeder von uns Eltern versucht so viel er oder sie in diesem Moment gerade leisten kann.

Jeden Tag stehe ich voll motiviert auf und denke “Heute, heute wird alles anders. Ich werde geduldiger sein, verständnisvoller.” Sie sind so klein. Meine Kinder sind sechs und drei Jahre alt und meine Ansprüche sind oft zu hoch. Mein Großer ist ein Träumer. Er ist  auch Künstler, total wissensbegierig, ehrlich und sensibel. Seine Gefühle sind alle sehr stark ausgeprägt. Meine Tochter ist ein Wirbelwind. Sie weiß genau was sie will und hat ein starkes Durchsetzungsvermögen, viel Humor, ist fleißig und unglaublich aufmerksam. Meine Kinder sind fantastisch und richtige Geschenke doch oft werden genau diese tollen Eigenschaften die ich so sehr an Ihnen liebe zur reinsten Qual für mich. Dann treiben sie mich einfach nur noch in den Wahnsinn.

Ich weiß so viel, aber wende es nicht an!

Ich weiß viel theoretischen Kram, von hier, von Büchern, Freunden, Seminaren und all den tollen Möglichkeiten die wir haben und ja ich sehe wie groß es ist überhaupt auf diesem Weg zu sein, den viele Eltern entweder noch nicht kennen oder bewusst nicht mal kennen wollen. Und doch ist es so unglaublich schwer. Jeden Tag aufs neue. Jeden Tag die selben Trigger die irgendwann mein Fass zum überlaufen bringen. Dann werde ich zur großen Motzkuh und feuere mit Gemeinheiten um mich bis die Wände wackeln.

Ich werde fies, laut und hundsgemein bevor ich erschöpft zusammen sacke und mir die Seele aus dem Leib weine. Und dann geht das Gedankenkarussell erst richtig los. “Ich bin nicht gut genug! Was läuft da immer schief? Wieso können sie nicht einfach mal? Wieso läuft es nicht nach meinem guten Plan im Kopf???? Und plötzlich sogar: OHNE MICH GEHT ES IHNEN BESSER. Autsch, das tut jetzt doppelt weh.

Im Kopf und im Herz. Niemals hätte ich erdacht, dass es mir so geht. Scheinbar bekommen es ja so viele hin. da muss es ja an mir liegen. Dann erwische ich mich dabei wie ich drei Kreuze mache, dass die Kinder endlich schlafen. doch wenn sie da so liegen so friedlich dann tut es noch mehr weh. Wie konnte ich so gemein zu ihnen sein? So laut und verdammt respektlos. Und sollte ich nicht traurig sein, dass mir schon wieder ein Tag mit ihnen genommen wird? Wie oft gehen wir schlafen und denken “zum Glück ist dieser Sche…tag vorbei?” Ist das nicht unglaublich traurig? Schließlich bedeutet das genauso, dass wir alle unserem Tod einen Tag näher sind. Also die große Frage, wie, wie schaffe ich es endlich all mein theoretisches Wissen über  #bedürfnisorientierteelternschaft und über all die Trigger in mir in die Umsetzung zu kommen???

Wie?

Holt euch Hilfe!

Mit Motivation. Der klaren Entscheidung es zu wollen! Mit Unterstützung! Holt euch Hilfe! Ihr seit nicht allein! Wir alle sind nicht allein und wenn jeder von uns ehrlich ist zu sich und zu seinen Mitmenschen, dann wissen wir: JEDER hat solche Tage! Und manchmal sind die Tage eben sehr sehr lang. Außerdem ist weniger wohl manchmal mehr. Nutzt die Zeit für die Praxis. Jeden Tag aufs neue. Stück für Stück und Schritt für Schritt. Und feiert die Momente in denen es gut läuft statt euch zu verurteilen wenn ihr schon wieder außerhalb eures Inneren Wunsches gelebt und gehandelt habt. Nehmt euch an mit all eueren Fehlern. Behandelt euch selbst mit den selben liebevollen Worten die ihr euern Kindern, Partnern und besten Freunden schenkt! SEIT ES EUCH SELBER WERT!

Erklärt euern Kindern was da gerade, am Morgen, gestern oder vorgestern in euch passiert ist ohne Schuldgefühle. Lasst sie Staunen und lernen durch unsere Fehler und zeigt ihnen und euch selbst wie ihr aus der Schleife des Motzens und der negativen Gedanken raus kommt. Jeden Tag ein kleines bisschen mehr bis es irgendwann einfach leichter wird. Bis unser System verstanden hat, dass es anders geht, als es bisher war. Und ja, der Weg ist schwer, wahrscheinlich gibt es niemals ein Ende an diesem Tunnel. Wäre es aber nicht viel viel schöner durch einen bunten Blumentunnel zu laufen, der duftet und kleine Fenster und Bänke bereit hält, als durch einen dunklen kalten Tunnel zu stapfen auf der Suche nach einem Ausgang?

Wir selber treffen diese Entscheidung.

Wir selber treffen diese Entscheidung. An jedem unserer Tage liegt alles handeln in uns. Wir können die Menschen und Möglichkeiten, um uns nicht verbiegen und anpassen, aber wir haben die Wahl, wie wir mit all dem umgehen wollen.

Also was meint ihr : Kopf in den Sand und jammern? Oder doch lieber Kleidchen an und durchs Leben tanzen????

Tags: Alltag mit Kind, Zweifachmama

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Comments

  1. Antworten

    Kleidchen an und durchs Leben tanzen. Ggfls. kurz anhalten und sich neu sortieren, aber nicht den Kopf in den Sand stecken. Tanzen ist schöner.

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