Der ehrliche Mama-Blog | Liebling, ich blogge jetzt!
Kinder allein mit Großeltern im Urlaub
Familie

Mein Fazit: 3 Nächte – 4 Tage ohne meine Kinder! Würde ich es wieder tun?

Vergangenen Donnerstag kamen meine Kinder aus ihrem kleinen Erholungsurlaub mit Oma und Opa zurück. Geplant waren eigentlich zwei Nächte und drei Tage. Am Ende reichten meinen Kindern das nicht aus. Sie wollten länger bleiben und baten um einen Aufschub. „Aber nur wenn euch, das wirklich recht ist“, äußerte die besorgte Oma, die Sorge hatte, dass wir Eltern uns mit der Lösung nicht wirklich wohlfühlen würden. Ja, wie ist das eigentlich, wenn die Kinder plötzlich alleine ohne ihre Eltern mehrere Tage von zu Hause weg sind? Wie erging es uns Eltern mit dieser Situation und konnten wir die Zeit ohne Kinder überhaupt genießen?


Auszeiten nehmen im Alltag: Wie geht das?

Ich bin immer eine Meisterin im Auszeit nehmen gewesen. Schon immer. In meiner Kindheit. In meiner Jugend. Alina wusste, wie entspannt wird. Ich kann alleine in den Urlaub reisen und entspanne inzwischen vom ersten Tag an. Füße hoch. Pool. Ein Buch, nachdem anderen lesen – das kann ich gut. Mein Freund schaut mich immer perplext an, wenn ich von der ein auf die andere Minute von meinem To-do Modus in eine vollkommene Entspannungshaltung verfalle. Ich kann arbeiten, was das Zeug hält. Kann anderen ihre Auszeit des Monats schenken. Oasen für Menschen im Alltag zaubern. Mama Alina weiß, was Menschen glücklich macht. Ich selbst kann aber genauso gut die Füße hochlegen und mich rundum verwöhnen lassen. Das verwunderliche daran ist nur für meinen Freund, wie schnell ich umschalten kann.

Wie geht, das werde ich oft gefragt? Dazu kann ich nur schreiben, dass ich einfach da bin. Versuche alles zu erfüllen, was Menschen für ihre Auszeiten brauchen. Getränke, Ruhe und gute Gespräche, sowie ein schönes Ambiente.

 

Abschalten lernen ist der Schlüssel zum Glück

Ebenso schlafe ich, wenn ich das Kopfkissen berühre. Zack und weg. Leider hat sich dies seit ich Mama geworden bin etwas verändert. Ich schlafe nicht mehr so schnell ein. Entspanne viel seltener und wenn Zeit dazu da ist, weiß ich häufig nicht wie ich jetzt am besten entspannen soll. Ich finde selten zur Ruhe, daher lenke ich mich mit Alltagstätigkeiten wie Spülmaschine aus- und einräumen, Kinderzimmer aufräumen, Wäsche sortieren permanent ab. Dabei brenne ich nur leider vollkommen aus. Warum mache ich es dann überhaupt?

Das frage ich mich häufig. Andere fragen mich das häufig. Andere bewundern sogar oft meinen aufgeräumten Haushalt mit zwei Kleinkindern. Sie bewundern, dass ich nebenbei noch voll arbeite, koche, backe und mit meinen Kindern spiele. Ich bringe meine kleinen Menschen abends ins Bett. Es gibt Hobbys (Musik, Turnen, Schwimmen und Fußball), Logopädie und andere Termine, die wir in der Woche abklappern. Ich fahre die Kinder zu ihren Terminen. Mache sie morgens fertig für den Kindergarten. Hole sie an vier Tagen die Woche vom Kindergarten ab und nebenbei schmeiße ich den Haushalt und verdiene dasselbe Geld, wie mein Freund, der von 7 bis 18 Uhr nicht zu Hause ist.

 

Der Alltag. Mein Fluch. Das größtes Problem

Das ist mein Alltag. Meine Realität, die mich manchmal ganz schön ankotzt, wenn ich an dieser Stelle ehrlich sein darf? Dieser Alltag strengt mich an. Habe ich doch mal ein paar Minuten Ruhe zwischendrin, die ich als Zeit für mich nutzen könnte, fällt mir das sehr sehr schwer. Zu viele Gedanken in meinem Kopf. Zu viel Unruhe, die ich nicht weg Geatmet bekomme. Es fühlt sich, wenn ich zu Ruhe komme plötzlich so an, als ob ein mächtiger Sturm über mich hereinbricht. Das halte ich nicht aus. Ich suche mir wieder eine Beschäftigung, um nicht spüren zu müssen, wie erschöpft ich eigentlich bin von meinem Alltag als Mama.

 

Wieso tust du dir das eigentlich an?

Und wieso nun das Ganze? Weil ich perfekt sein will. Das ist die bittere Wahrheit. Die traurige Wahrheit über mein Leben als Mutter. Ich möchte es perfekt machen. Eine perfekte Mutter sein für meine Kinder. Die perfekte Frau für meinen Verlobten. Ich will eine perfekte Tochter sein für meine Eltern, die sich immer aufopferungsvoll um mich gekümmert haben und ja, ich möchte auch eine perfekte Frau für mich sein. Auf diesem Weg des Perfektionismus bin ich leider alles andere als perfekt. Ich bin schlichtweg ausgebrannt. Eine leere Hülle meiner selbst. Diese Hülle beginne ich zu spüren, wenn ich zur Ruhe kommen, denn perfekt zu sein hat einen großen Nachteil – es geht auf deine Kosten.

 

Lass los. Lass die anderen machen

Vielleicht sind alle um dich herum sogar glücklich und zufrieden, dank dir. Aber DU lastest dir zu viel auf. Es wird sich rächen.

Und während Mama – also ich – vollkommen ausgebrannt mein Ding weiter durchzog, fuhren Oma und Opa mit meinen Kids auf einen drei tätigen Urlaub. Sie ließen mich zurück. Ich war ehrlich gesagt zu müde, um irgendwas richtig zu spüren. Irgendwo gab es einen Funken Traurigkeit, einen Funken Glückseligkeit und ganz viel Müdigkeit, aber unterm Strich bin ich zu ausgebrannt gewesen, um irgendwas davon klar wahrnehmen zu können.

 

Die Kinder verreisen alleine mit ihren Großeltern

Und plötzlich waren sie weg die kleinen Mäuse. Drei Tage Zeit für mich. Keine Termine. Kein Druck abends pünktlich zu Hause sein zu müssen. Keine Unterbrechungen bei Gesprächen. Keiner der etwas von mir wollte, während ich mir gerade eine kleine Auszeit gönnte. Niemand da. Was das bewirkte? Neue Lebensgeister. Ich begann wieder zu entspannen. Die Königin der Auszeit war zurück. Ich las ein Buch, nachdem anderen in drei Tagen drei Bücher. Ich gönnte mir Mittags zum Essen ein kühles Glas Weißwein. Ging alleine in die Sauna. Schwamm meine Bahnen im kühlen Wasser, während die Sonne meine Haut leicht bräunte.

Abends ging ich mit meinem Vater nett essen. Am nächsten Tag zum Lunch mit meiner Schwester in hübsches in der City gelegenes Sushi-Restaurant. Wir schlenderten durch die Stadt und rundeten unseren Tag mit einem frischen Ingwer-Minz-Zitronen Tee und einem kühlen Glas Wein an einer befahrenen Kölner-Straße ab. Ich am Puls der Zeit. Mitten drin im Leben, während gute Gespräche meine Seele strichen. So fühlt sich das Leben an, das ich liebe.

 

Worauf müssen Eltern achten, wenn sie ihre Kinder alleine mit den Großeltern verreisen lassen?

  • Es sollte ein guter Kontakt zwischen den Kindern und den Großeltern bestehen. Bei uns haben Oma und Opa die Kinder regelmäßig ein bis zwei Mal die Woche.
  • Vollmacht für Enkel für Notfälle.
  • Krankenkassenkarte nicht vergessen.
  • Kopie Impfausweis
  • Telefonnummer Kinderarzt
  • Kinderreisepass oder Visum je nach Reiseort.
  • Armband mit Notfallnummern // SOS Armband Kinder
  • Vorher einmal persönlich zusammensetzen, um den Ablauf der Kinder im Alltag festzuhalten.
  • Reiseapotheke für Kinder
  • Kinder von Anfang an mit in die Planung einbeziehen Am besten vor der Buchung fragen, ob sie sich einen Urlaub mit Oma und Opa vorstellen können? Reiseort und Unterkunft mit Kinder ansehen, besprechen und planen.
  • Lieblingskucheltier nicht vergessen.
  • Die Kinder ihre eigenen Lieblingssache einpacken lassen in ihrem Rucksack.
  • Die erste Reise ohne Eltern vielleicht irgendwo planen, wo man gut hinfahren oder zurückfahren kann. Unser erstes Ziel ist Hollang gewesen. Zwei einhalb Stunden Fahrtzeit ist machbar, wenn etwas sein sollte, denke ich.

 

Glücklich sein im Alltag mit Kind, geht das überhaupt?

Ich kenne die Momente auch mit meinen Kindern. Sehr gut sogar. Es gibt Wochen und Monate, da mache ich uns das Leben zum Paradies. All das klappt nicht mehr, wenn ich versuche auf allen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Haushalt und Kinder sind schon eine Hausnummer, aber wenn es zusätzlich perfekt sein soll brennt man aus. Da muss, ich mich nicht wundern, wieso ich abends in meinem Bett liege und unter Einschlafproblemen in meinem Alltag leide. Alles kreist. Hin und her. Tick und Tack.

Was war nun mein Problem die letzten Monate? Wieso ist es soweit gekommen? Ich habe den Zugang zu mir verloren. Ich wollte es einfach allen recht machen, um Probleme zu vermeiden, um alle Menschen glücklich zu machen und dachte mir, das klappt schon, wenn ich mir nur genügend Mühe gebe. Hat es nicht. Am Ende bin ich beinah verstummt.

 

Meine Auszeit von meinen Kindern

Diese Auszeit von meinen Kindern hat mir viel zurückgegeben. Nachdem dritten Tag war es zugegebenermaßen zunehmend schwieriger, aber auch das war wieder ein schönes Gefühl. Das Problem ist nämlich nicht, dass ich mir in meinem Alltag keine Auszeiten gönne. Das tue ich, aber sie helfen mir nichts, weil ich immer versuche alles unter einen Hut zu bringen. Damit habe ich nun aufgehört.

Unsere Wohnung hätte in den Tagen wo die Kids nicht da waren sicherlich ein gründlicher rund um Putz gutgetan. Pustekuchen! Ich habe alles gemacht, aber nicht einen Finger krum gemacht, was meinen Haushalt anbelangt. Ich habe mir ein Büro gesucht, um Arbeit und Freizeit zu trennen. Die beste Entscheidung meines Lebens. Ich kann wieder atmen. Hab meinen Kopf sortiert. So fühlt sich der Alltag als Mama wieder schön an. Ich halte Familienchaos aus. Das ganz normale Leben.

 

Was soll ich tun, wenn ich nicht die Chance dazu habe meine Kinder mal abzugeben?

Und wenn ich diese Chance nun nicht habe, dass jemand mal drei Tage meine Kinder übernimmt, was mache ich dann? Löse dich von dem Wunsch alles auf die Reihe kriegen zu wollen. Entscheid dich gegen das Tun, sondern für dein Leben. Hab kein schlechtes Gewissen, weil du dir eine Auszeit wünschst. Mach mit den Kindern auch mal was, was du dir wünscht. Lies abends ein Buch, statt einen Film zu schauen. Geh mit deinen Kindern ins Bett, statt bis spät in die Nach wach zubleiben, weil das deine Zeit ist. Koch dreimal die Woche gesund und gönne dir dann auch mal einen Tag vom Lieferdienst. Mach das schlechte Gewissen zu einem Fremdwort in deinem Inneren.

 

Wie ist mein Fazit nach dem ersten Urlaub der Kinder mit ihren Großeltern?

Das habe gelernt und wenn gleich die nächste Auszeit der Kinder von ihren Eltern sich nun eine ganze Zeit lang zeit lassen kann, so kam sie doch genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich konnte sie genießen und die Kinder auch. Sehr sogar. Ich glaube, auch nur deswegen konnte ich mich so sehr auf dieses neue Abenteuer einlassen, denn das schlimmste an der Situation ist ja eigentlich, dass wenn es diese Auszeit nicht gibt, machen wir trotzdem immer weiter, oder?

 

Ich bin 30 Jahre jung und inzwischen Mama von zwei Kindern. Einem Sohn (01/14) und einer kleinen Tochter (08/16). Gemeinsam leben wir am Stadtrand von Köln. Streifen durch die Wälder. Kochen, backen und tanzen zusammen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.