AKTUELL: Mein größtes Problem mit dem Film Elternschule

Elternschule der Film die Meinung einer echten Mutter

Der Film Elternschule ist in aller Munde. Vielleicht aktuell nicht mehr SO, wie noch vor einigen Wochen, aber es wird diskutiert. Genau das, finde ich sehr gut. Ist es nicht unfassbar, dass Außenstehende inzwischen solch eine Wirkung erzielen, dank Blogs und social Media? Die öffentliche Disskussion wird nicht mehr nur von Politik und Medien bestimmt, sondern auch von uns?

Der Film über Erziehung

Ich finde es unsagbar berührend zu sehen welche Steine Menschen ins Rollen bringen können.  Dieser Film lädt zur Diskussion ein. Wir befinden uns mit unserer Erziehung im Umbruch und dieser Film macht dies deutlich, denn er hängt in alten Bildern fest, während sich moderne Eltern weiterentwickelt haben. Genau dort setzt der Redebedarf an.

Ich persönlich werde mich zum Inhalt der Elternschule erst einmal nicht äußern, weil ich den Film noch nicht geschaut habe. Dies habe ich noch nicht getan, da mir der Trailer bereits Tränen in die Augen treibt. Ich bin einfach noch nicht bereit dazu. Und neeee – ich bin keine sogenannte „AP MOM“, sondern einfach eine ganz gewöhnliche Mutter, die am meisten ihrer Intuition in ihrer Erziehung folgt.

Falscher Rat von Fachleuten ist teuer?

Ich bin der Meinung, dass diese öffentliche, hitzige Diskussion schon lange überfällig ist. Alte Erziehungsmethoden werden leider immer noch viel zu sehr empfohlen und von Fachleuten an hilflose Eltern weitergegeben. Es ist noch gar nicht lange her, dass uns unsere Kinderärztin dringend ans Herz legte, unser Kind an ihr Bett zu gewöhnen zu müssen. Den Grund könnt ihr hier nachlesen.

Erziehung Kinder

Auf meine Frage, wie ich dies in unserem Alltag umsetzen solle, kam natürlich diese eine Antwort, die sicherlich jeder schon einmal gehört hat – Schlaftraining. Hinlegen. Raus gehen. Warten. Weinen lassen. Hingehen. Länger draußen bleiben …

Ich finde es gut, dass der Film Elternschule Kritiker auf den Bildschirm ruft. Natürlich bewirkt die laute Kritik auch das Gegenteil. Neugier wird geweckt. Ich bin gespannt, wie die Debatte ausgehen wird. Momentan wird der Film und seine Erziehungsmethoden von allen Seiten geprüft. Das Ende der Debatte ist noch nicht in Sicht. Also, lasst uns zuversichtlich sein.

Berichterstattung

Was ich persönlich viel schlimmer und ehrlich gesagt sehr fragwürdig am Thema Elternschule finde ist die Berichterstattung großer Medien. Was wurde dieser Film im Vorfeld gelobt: “ „Für jeden, der selbst Kinder hat, ist der Film ein Muss.“ (Süddeutsche Zeitung)

Die ARD schrieb sogar: „Elternschule“ zeigt, wie ganzheitliches Verhaltenstraining mit Psychotherapie und Erziehungscoaching funktionieren kann.“

Wie kommt es Zustande, dass er auch nach heftiger Kritik von Außen der Film Elternschule von einigen Zeitungen immer noch so extrem gefeiert wird und die Kritiker als Anhänger von Attachment Parenting belächelt werden und das obwohl aktuell sogar die Staatsanwaltschaft gegen die Kinderklinik in Gelsenkirchen ermittelt.

Kein Wort zu vorangegangenen Lobeshymnen.

Das macht mich sehr stutzig. Vor allem dann, wenn falsche Informationen von einer sehr großen Zeitung wie der ZEIT in die Welt getragen werden. Warum setzt sich die Zeitung Zeit so sehr für diesen Film ein und verbreitet mit ihrer Berichterstattung sogar eine falsche Information. So schrieb sie am 25.10 in ihrer Print-Ausgabe, dass sie es sehr schade finde, dass sie trotz der heftigen Kritik noch keiner mit dem Leiter der Klinik persönlich auseinander gesetzt hätte. Man könnte meinen diese Information sei nicht tiefgreifend. Stimmt aber nicht, denn sie ändert alles. So stellt die Zeit in ihrem Artikel Kritiker des Films als Anhänger der bedürfnisorientierten Erziehung dar, die dazu zwar laut in die Welt schreien, aber noch nicht einmal das persönliche Gespräch mit Diethmar Langer gesucht haben. Dabei ist diese Information schlicht weg falsch!

Falsche Recherche

Die Zeitschrift Eltern und ihre Autorin Nora Imlau haben genau dies getan und Psychologe Langer zum Gespräch gebeten. Dieser Artikel ist eindeutig vor dem Erscheinen des Zeit-Artikels ins Netz getragen worden. Zudem liest man in jenem Artikel der Eltern-Zeitschrift bereits welche herbe Kritik im Kinosaal selbst an den Klinikleiter Langer herangetragen wurde. Einige Eltern weinen sogar während des Films. Auch hier finde ich, dass entgegen dem, was die Zeitung Zeit in ihrem Artikel in der Print-Ausgabe vom 25.10, laut Langer behauptet ein Gespräch mit ihm stattfindet. Wieso druckt solch eine große Zeitung Fehlinformationen? Ich bin wirklich schokiert darüber. 

Lustig ist auch zu lesen mit welchem plötzlichen Ernst die Zeit online sich dem Thema nach Einschaltung der Staatsanwaltschaft widmet am 30.10 widmet. Hier ist plötzlich nichts mehr von den „süßen“ Eltern zu lesen, sondern von genau jener harten Kritik an dem Film, die viele Eltern zuvor geäußert haben. Ebenso wird der Deutsche Kinderschutzbund (DKDB) zitiert: „Die in dem Film gezeigten Behandlungsmethoden können keinesfalls Vorbild für die Erziehung von Kindern in Deutschland sein“

Ist etwa doch was an den Vorwürfen dran? Sollte man sich vielleicht sogar entschuldigen für die ausnahmslose Empfehlung a la – „Für jeden, der selbst Kinder hat, ist der Film ein Muss.“ (Süddeutsche Zeitung)

Ich will einfach nicht verstehen wieso dieser Film vorab solch einen medialen Zuspruch bekommen hat.

Privater Austausch zum Film Elternschule

Ich stehe mit meinem Vater in regem Austausch zum Film Elternschule. Er wunderte sich seit der Erscheinung oft über meine heftige Reaktion zum Film, da die Berichterstattung einst seriöser Medien denen er Vertraut durchweg so extrem positiv ausfiel. Ich konnte ihn in Gesprächen vom Gegenteil überzeugen, was die ZEIT mit ihrem Argument, keiner hätte sich persönlich an den Leiter der Klinik gewandt, wieder zunichte machte.

Auf mein Einwenden, dass dies nicht stimme fiel er beinah vom Glauben ab, da für ihn diese Zeitung immer eine Art Leitfaden im Bereich Journalismus gewesen ist. Nun diese Fehlinformation nach vorangegangener Verweichlichungen der Attachment Parenting Eltern. Man bekommt in jenem Artikel beinah den Eindruck, als ob sich die Autorin über Kritiker lustig macht.

Wir beide sind uns einig. Keiner von uns hat in der Vergangenheit oder lebt in der Gegenwart einen extrem bedürfnisorientierten Erziehungsstiel, aber Fakt ist, dass was sich bereits falsch anfühlt, kann nicht gut für ein Kind sein, oder?

Eure Meinung ist gefragt

Nun gut. Könnt ihr verstehen, warum sich bei mir Fragen aufwerfen? Wie steht ihr zum Thema „Elternschule – der Film?“ Habt ihr ihn vielleicht sogar schon gesehen und eine eigene Meinung oder verfolgt ihr die Berichterstattung uns seid vielleicht genau so verwundert, wie ich oder gar verärgert?

Ich muss sagen und das ist auch der Grund für meinen Text, dass ich extrem erschrocken bin über die Berichterstattung von unseren Medien. Ich werde mir in Zukunft wirklich noch einmal überlegen, ob es nicht doch alles das gleiche Geschwafel ohne Hand und Fuß ist.

 

Ich freue mich auf eure Meinung!

Tags: Elternschule Kritik, Erziehung, Mutter Kind Beziehung

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Ich bin 29 Jahre jung und inzwischen Mama von zwei Kindern. Einem Sohn (01/14) und einer kleinen Tochter (08/16). Gemeinsam leben wir am Stadtrand von Köln. Streifen durch die Wälder. Kochen, backen und tanzen zusammen.
Bald öffnet das erste Türchen von meinem online Adventskalender für Mama & Kind Weihnachtslieder für Kinder | Ein Weihnachtshörspiel, das verzaubert

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