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So funktioniert das lösen von Schlafproblemen bei Babys und Kindern ohne Druck | Expertentipp eines Schlafcoach

Ich darf heute einen Gastbeitrag für die liebe Alina schreiben. Darüber freue ich mich sehr, denn ich bin total erschrocken und völlig sprachlos über den Film „die Elternschule“. Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit habe, mich hier als Schlafcoach für Babys & Kleinkinder zu äußern.

„Die Elternschule“ …ich würde sagen: sehr schwere Kost. Gezeigt werden „Therapien“ Schlaf- Ess- und Trennungstrainings an Babys, Kleinkindern und Kindern. Ich habe den Film bisher nicht gesehen. Ich habe aber sehr viel darüber gelesen und ich habe jetzt gerade Ausschnitte daraus gesehen. Ein weinender kleiner Junge. Er ruft nach seiner Mama, in seiner Stimme die absolute Verzweiflung. Das reicht schon für einen Klos im Hals. Ich kann mir den Film nicht ansehen. Diese Bilder würden mich sehr belasten und mich so schnell auch nicht wieder loslassen.

„Ich kenne die Ratlosigkeit und ich kenne auch die Wut“

Aber wie muss es den Kindern dort ergehen? Wie verzweifelt müssen die Eltern sein, dass sie so eine „Therapie“ zulassen?
Ich weiß leider aus persönlicher Erfahrung wie sehr ein Schlafproblem beim eigenen Kind einen belasten kann. Ich weiß, wie anstrengend es ist, wenn das Kind jede Nacht alle 1-2 Std. wach wird. Ich weiß, wie verzweifelt man ist, wenn das Baby oder das Kind einfach nicht einschlafen will (oder kann?). Ich kenne die Ratlosigkeit und ich kenne auch die Wut, die irgendwann in einem aufsteigt.

Mir wurde damals von unserem Kinderarzt ein bekanntes Buch empfohlen, dessen Name ich hier gar nicht nennen möchte. Auf den ersten Blick klang das total logisch. Ich sah endlich Licht am Ende des Tunnels. „Das klingt so einleuchtend, dass muss helfen“. Ich sehe mich da noch sitzen, wie ich mit meiner Freundin telefonierte. „Das starten wir gleich heute Abend“, sagte ich euphorisch!
Ja… und dann kam der Abend. Ich weiß gar nicht, wer mehr geweint hat. Mein Sohn oder ich. Mir war nach ein paar Stunden klar, dass kann ich das nicht und auch nicht will. Mein Sohn war völlig am Ende.

 


Persöhnliche Erfahrungen mit einem Schlaftraining für Babys

Heute weiß ich, dass das ein SchlafTRAINING ist und das kein Mensch bzw. Kind so ein Training braucht. Es wurde in dem Buch nicht hinterfragt, ob mein Sohn überhaupt müde ist. Es hat keiner in Frage gestellt, ob seine Bedürfnisse erfüllt wurden. In so einem Training geht es nur darum, die Wünsche der Eltern umzusetzen. Wenn die Eltern möchten, dass ihr Kind um 19:00 Uhr schläft, wird das so lange trainiert bis sich ihr Kind diesem Training ergibt und resigniert. Das Kleine wird ins Bett gelegt, die Eltern gehen raus und das Kind weint / schreit allein vor sich hin. Ob das kleine müde ist oder es sonst etwas am schlafen hindert, wird nicht hinterfragt.

Heute weiß ich, dass so ein Training überhaupt nicht notwendig ist.

Praktische Tipps bei Schlafproblemen

Denn es gibt liebevolle Lösungen!!
Wir Eltern müssen erstmal für die richtigen Rahmenbedingungen sorgen. Wenn wir bestimmte Wachzeiten einhalten (je nach Alter unterschiedlich), wenn wir die Bedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit, Spiel und Spaß, Entspannung, Bewegung etc erfüllen, dann können unsere Kinder auch einschlafen. Denn eins ist klar, Kinder WOLLEN schlafen. Wenn sie sich wehren und weinen und sich aus der Situation befreien wollen, dann sind sie einfach noch nicht so weit. Wenn sie aber alles gehabt haben, wenn die Wachphasen bereichernd gewesen sind und sie rechtschaffend müde sind, dann können und wollen sie in Ruhe und entspannt einschlafen. Und dann können sie auch durchschlafen und sie können auch allein in ihrem Bett einschlafen. Wenn wir die Bedürfnisse über Tag erfüllen, brauchen unsere Kinder diese in der Nacht nicht nachholen. Denn Schlafprobleme sind Tagprobleme.

Bei manchen Kindern reichen diese Rahmenbedingungen jedoch noch nicht. Sie brauchen für erholsame Nächte noch Hilfe beim allein einschlafen (denn nur, wenn sie das abends können, können sie das auch in der Nacht). Jedoch machen wir das ganz langsam, in vielen kleinen Schritten mit Begleitung, niemals alleine. Die Kinder werden auch hier nie sich selbst überlassen. Immer, wenn sie sich an einen kleinen Schritt gewöhnt haben, gehen wir in den nächsten. Immer im Tempo des Kindes und immer mit maximaler Liebe.

 

Alles auf einen Blick

  1. Die richtigen Rahmenbedingungen.
  2. Bestimmte Wachzeiten.
  3. Bedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit, Spiel und Spaß, Entspannung, Bewegung etc erfüllen.
  4. Kinder WOLLEN schlafen.
  5. Wenn Wachphasen bereichernd sind, dann können sie in Ruhe einschlafen.
  6. Schlafprobleme sind Tagprobleme
  7. Nicht immer reichen diese Rahmenbedingungebn, dann geht es in vielen kleinen Schritten zu einem sicheren Schlaf.

 

Und diese Vorgehensweise funktioniert. Sie funktioniert sogar so gut, dass ich selbst manchmal überrascht bin, wie schnell die Eltern sich mit positiven Nachrichten bei mir melden. Da wurde kein Kind allein gelassen, kein Kind wurde schreiend sich selbst überlassen. Kein Kind braucht eine „Elternschule“ und kein Kind braucht alleine einzuschlafen, oder für irgendetwas ein Training. Aber alle Kinder brauchen Bindung und Liebe!
Verena Nittmann

 

Schlafcoach für Babys & Kleinkinder
www.schlafcoach-emden.de
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One Comment

  • Dresden Mutti

    Unser Problem war immer die späte Schlafenszeit von 22/23 Uhr. Ich selbst hätte um 18 Uhr schon einschlafen können… es war sehr anstrengend. Aber wie hier geschrieben: wenn das Kind noch nicht müde ist, dann wird es auch noch nicht schlafen. Ich lag oft stundenlang leise singend neben dem Baby/Kleinkind, aber das hat natürlich nicht geholfen. Wir haben viel ausprobiert, weil es so belastend war, aber wahrscheinlich kann man da echt nichts machen. Man zweifelt trotzdem an sich selbst, wenn andere Kinder schon 19 Uhr schlummern. Aber so unterschiedlich wie Erwachsene, so unterschiedlich sind auch Babys/Kinder.

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